TANER ISMAIL
 Dr. med. FMH

Myelographie

Das Rückenmark (Myelon) schwimmt mit den Nervenwurzeln in einem mit Flüssigkeit gefüllten Sack (Duralsack). Diese Flüssigkeit schützt die empfindlichen Nervenfasern wie ein Airbag. Die umgebenden Knochen der Wirbelsäule fungieren als weiterer Schutzmechanismus.

Bei der Myelographie wird mit einer dünnen Nadel ein jodhaltiges Röntgenkontrastmittel in die Flüssigkeit des Duralsackes eingespritzt. Die nicht kontrastierten Nervenfasern heben sich dabei von der kontrastierten Gehirnflüssigkeit ab und lassen sich auf Röntgenaufnahmen abbilden.

Der Stellenwert der Myelographie hat sich durch den Einsatz von Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) in den letzten Jahren gewandelt. Wirbelsäule, Bandscheiben sowie der Rückenmarkkanal lassen sich heute durch CT und/oder MRT bestens untersuchen. Die Myelographie wird bei Erkrankungen durchgeführt, die im Bereich des Rückenmarks oder einzelner Nervenwurzeln liegen und nicht ausreichend mit CT/MRT zu erklären sind.